Von Flottbek und Teufelsbrück nach Blankenese: Parkspaziergänge an der Elbkante in Hamburgs Westen

Die Elbchaussee ist eine jener Straßen, deren Ruhm weit über die Hansestadt hinaus reicht. Die Basis des Ruhms: beeindruckende Ausblicke auf die Flusslandschaft sowie die vielen sorgfältig gestalteten Landschaftsparks. Einige dieser ehemals herrschaftlichen Anwesen haben sich in Teilen erhalten, und drei dieser Parks werden wir während dieses neubaursparkRundgangs besuchen: den Jenischpark, den Hirschpark und Baurs Park.

Vom Jenischpark in Flottbek, um 1800 entstanden, ist noch am meisten erhalten: der Park, den wir auf unserem Spaziergang erleben, hat die beachtliche Größe von etwa 45 ha. Geschaffen hat ihn der Hamburger Kaufmann Caspar Voght, der hier fern von den Geschäften Stunden der Muße verbrachte. Vor allem aber war der Park ein Investment, in dem mit damals modernsten Methoden Landwirtschaft betrieben wurde. Das Ganze war ein Mustergut und umfasste in seiner größten Ausdehnung über 225 ha. Dabei verfolgte Voght das Ziel, das landschaftlich Schöne mit dem merkantil Nützlichen zu verbinden. Der heutige Park trägt den Namen des Senators Jenisch, dem Voght das Anwesen 1828 verkaufte. Jenisch ließ auch das den Park dominierende klassizistische Landhaus errichten.

Hirschpark und Baurs Park in Blankenese zeichnen sich ebenfalls durch eine anmutige Lage aus sowie durch eindrucksvolle Ausblicke auf die Elbe und das Alte Land. Der Hirschpark hat seinen Namen von einem Wildgehege, das der als „König der Südsee“ berühmt gewordene Kaufmann Cesar VI. Godeffroy um 1860 in seinem Park anlegte. Von dem einst teils im englischen, teils im französischen Stil angelegten Park haben sich immer noch beachtliche Reste erhalten; insbesondere die vierreihige Lindenallee, die älter ist als Park und Landhaus, hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck.

Baurs Park ist der Rest eines 20 Hektar großen englischen Landschaftsgartens, den Altonas seinerzeit reichster Kaufmann Georg Friedrich Baur zu Beginn des 19. Jh. anlegen ließ. Baur residierte an Altonas Prachtstraße Palmaille. Wenn er ausfuhr, so heißt es: nur vierspännig. Mindestens. Weniger wäre ihm zu piffig gewesen. Und zwei Kühe hatte Baur auch: eine logierte an der Palmaille in Altona, die andere versorgte die Familie in der Blankeneser Sommerfrische mit Milch und Laktoderivaten.

Wichtig: Für eine Busfahrt von Teufelsbrück nach Blankenese benötigen Sie eine HVV-Karte.

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