Ein Stadtteilrundgang durch Blankenese von Baurs
Park über den  Kanonenberg bis zum Treppenviertel

Der „Meeresblick“ vom Blankeneser Geesthang läßt eine für die norddeutsche Tiefebene ganz ungewöhnliche mediterrane Stimmung aufkommen – wenn denn die Sonne scheint. neublanksllberg1 58 Fußwege und längere Treppen mit insgesamt 4864 Stufen führen durch das Treppenviertel am Hang - eine gute Voraussetzung für einen Spaziergang der Extraklasse. Über Jahrhunderte ließen sich Lotsen, Seeleute und Fischer hier oberhalb der Fähre nieder - erstmals erwähnt wurde diese 1301, bestanden aber hat sie wohl schon viel länger. Im durchweg sumpfigen Unterelbegebiet gab es hier nämlich eine Stelle mit festem, weißem Sand, die in den Strom hineinragte: die "Blanke Näs". Die ist dann aber Sturmfluten in späteren Jahrhunderten zum Opfer gefallen.

Nachdem die Beschwernisse der napoleonischen Besetzung überwunden waren, setzte die große Zeit der Blankeneser Frachtsegler ein: "Fruchtjager" brachten Zitrusfrüchte aus Südeuropa in den Norden, auch im Warenverkehr mit Südamerika waren Blankeneser Kapitäne und Reeder gut vertreten. Das Aus für die Reederei kam mit dem endgültigen Durchbruch der Dampfschifffahrt - die passte nicht mehr nach Blankenese.

Dort aber, in Blankenese, hatten schon vor 1800 reiche Hamburger und Altonaer Kaufleute, Banker und Reeder die Reize der Landschaft entdeckt und ließen Landhäuser inmitten großzügiger Parks errichten. Heute noch gibt es Reste davon, jetzt als Parks von der Allgemeinheit genutzt: Baurs Park, Hirschpark, Hessepark, Goßlers Park. Mit dem Bau der Eisenbahn von und nach Altona war Blankenese aber nicht mehr nur für Sommerfrischler von Interesse, sondern auch als Wohnort: man konnte nun an einem Tag von hier nach Altona oder auch nach Hamburg ins Kontor fahren. Und am selben Abend zurück.

Wir starten am Blankeneser Bahnhof in Richtung Baurs Park und Kanonenberg. Weiter geht es zum Hanggebiet und dort einmal kräftig runter und dann wieder hinauf: auf den Süllberg. Zum Abschluss schauen wir uns das Ausflugsziel Blankenese vom Fähranleger Bull’n an. Der Rückweg zum Bahnhof dauert etwa 15 Minuten.

Variante

Statt hinunter zum Fähranleger zu gehen,folgen wir dem Elbhöhenweg bis zum neurmghecke1 Römischen Garten. Dieser Park liegt ungefähr 30 Meter über der Elbe und orientiert sich im Unterschied zu den meist im englischen Stil gestalteten Hamburger Parks an italienischen Vorbildern – daher der Name. Nach verschiedenen Vorbesitzern gehörte das Gelände seit Ende des 19. Jh. der Bankiersfamilie Warburg, die den nach dem Zweiten Weltkrieg verwüsteten Park 1951 der Stadt Hamburg überließ - mit der Auflage, die Gartenanlagen wiederherzustellen. Dies ist zum Teil geschehen.  Rückweg: von hier sind es etwa 15 Minuten bis Falkenstein und zur Haltestelle von HVV-Bus 286.

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