Ein Spaziergang  zu einigen der eindrucksvollsten
Kontorhäuser in der Hamburger Innenstadt

Am Ende des 19. Jh. wandelte sich die Hamburger Innenstadt zur Geschäftsstadt, zur „City“. Dort, wo zuvor Wohngebiete gewesen waren - z. T. auch regelrechte Slums - , entstanden nun große Bürohäuser mit frei einteilbaren Geschossflächen zur Vermietung an zahlreiche kleinere Firmen: die Kontorhäuser - Ziel dieser Stadtführung. „Kontore“ nannte man in den Hansestädten seit jeher die Schreibstuben der großen Handelshäuser, „Kontorhäuser“ nennt man die Bürohäuser aus der Zeit der 1880er bis in die 1930er Jahre.

Bauherren und Besitzer der modernen Kontorhäuser waren oft Kapitalanleger, die nicht mit den späteren Nutzern identisch waren. Man kann sie also freundlich als „Investoren“ bezeichnen, oder auch (weniger freundlich) als "Spekulanten". Sicher ist: die Hamburger Innenstadt bekam ein neues Gesicht, und diese Umwandlung und Modernisierung der Innenstadt neukontorbarg1 wird als „Citybildung“ bezeichnet.

Wie es sich für hanseatische Kaufleute gehört(e), richteten sie ihre neuen Bürogebäude modern und zweckmäßig ein. Doch nicht nur dies: dafür, dass dieser Architektur-Auftritt auch etwas hermachte und von der Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen wurde, sorgten die Bauherren in aller Regel mit großem Einsatz von Geld- und anderen Mitteln: repräsentative Schauseiten und Eingangsbereiche sowie gediegen-solide / aufwendig gearbeitete Treppenhäuser zeugten von Wohlstand und Selbstbewusstsein der Eigentümer und Firmeninhaber. Hier residieren gediegene, grundsolide hanseatische Firmen, signalisierte man dem Besucher – also dem Geschäftspartner.

Trotz der Bomben im zweiten Weltkrieg und trotz manch barbarischer Zerstörungen durch gedankenlose Stadtplaner gibt es in Hamburgs Innenstadt noch viel von dieser Architektur zu bestaunen: teils im Jugendstil, teils im Stile des Historismus, teils in Backstein, teils mit Sandsteinfassaden.

Auf unserem Rundgang gehen wir von der Mönckebergstraße durch das Kontorhausviertel bis zum Laeiszhof an der Trostbrücke. Soweit wir uns Treppenhäuser und Eingangsbereiche anschauen, geht dies natürlich nur an Werktagen zu den Geschäftszeiten.

Dies könnte Sie auch interessieren: Elbspaziergang, Rund um die Binnenalster, Rathaus und Rathausmarkt

Joomla templates by a4joomla