Der Friedhof Ohlsdorf  als Landschaftspark - eine Führung zu Denkmälern und Denkwürdigkeiten

Rund 400 ha groß, ist Ohlsdorf nicht nur ein Friedhof mit grandiosen Ausmaßen, sondern auch eine als Landschaftspark gestaltete grüne Oase mitten in einer Millionenstadt - geeignet für einen Spaziergang nicht nur am Sonntag. Außerdem ist die Anlage ein Spiegel der Geschichte. Seit 1877 wurden hier 1.5 Millionen Hamburger beigesetzt, neuohlsanonym darunter viele Prominente: Gustav Gründgens, Richard Ohnsorg, Hans Albers, Carl Hagenbeck, Albert Ballin. Bemerkenswert sind auch eine ganze Reihe von Mahnmalen sowie Ehren- und gemeinschaftliche Grabstätten: das Mahnmal für die Opfer der NS-Verfolgungen, das Sammelgrab und das Mahnmal für die Opfer der Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg, Soldatengräber verschiedener Nationen, ganz in der Nähe des Haupteingangs eine Anlage mit Gräbern von "Revolutionsgefallenen" aus den Jahren 1918-1920.

Der Friedhof, auf dem seit 1877 Verstorbene bestattet werden (es gibt einen Gedenkstein mit einer Erinnerungsplakette an die "Zuerstbeerdigten"), hat seine heutige Ausdehnung nach mehreren Erweiterungen in östlicher Richtung in den 1920er Jahren erreicht. Dabei unterscheiden sich der westliche (ältere) und der östliche (neuere) Teil deutlich voneinander: Der erste Friedhofsdirektor Cordes orientierte sich bei der Gestaltung des neuen Friedhofs an amerikanischen Vorbildern und schuf eine parkartige Anlage, die einem englischen Landschaftsgarten ähnelt. Die östliche Friedhofserweiterung auf ehemals preußischem Gebiet, nach dem 1. Weltkrieg von dem neuen Direktor Otto Linne verantwortet, weist eine klare Linienführung von Straßen, Wegen und Gewässern auf und zeigt eine deutliche Gliederung der Grabfelder. Der Grundgedanke ist, gegenüber der pompösen großbürgerlichen Grabmalkultur der wilhelminischen Zeit den Gemeinschaftscharakter der Friedhofsanlage zu betonen.

Auf unserem Rundgang verfolgen wir, wie sehr sich die Bestattungskultur seit Kaisers Zeiten verändert hat. Wir besuchen einige Gedenkstätten und Denkmäler, die an historische Ereignisse oder an berühmte Personen erinnern oder auch, wie etwa die Mausoleen, Reichtum und Prestige des Verstorbenen preisen. Moderne Formen der Bestattungskultur sind die Anonymen Urnengrabfelder, die Kolumbarien, die Baumgräber, der Ohlsdorfer Ruhewald oder andere Formen gemeinschaftlicher Bestattung. Außerdem entdecken wir ein Stück Natur in der Großstadt. - Soweit wir bei der Führung ausschließlich zu Fuß unterwegs sind (was mehr Vor- als Nachteile hat), bleiben wir weitgehend im alten (Cordes-)Teil der Anlage; soweit die Gruppe mit einem Bus anreist, können wir auch verschiedene Punkte im östlichen (Linne-)Teil ansteuern: verschiedene Kapellen, das Mahnmal für die Bombenopfer oder auch den Ohlsdorfer Ruhewald.

Wichtig: Für eine Busfahrt auf dem Friedhof benötigen Sie eine HVV-Karte.

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